Pisé – Hybridkonstruktionen: Lehmbau zwischen Tradition und Potenzial

Die Publikation Pisé – Hybridkonstruktionen, von Prof. Roger Boltshauser erschienen im Triest Verlag, zeigt anhand internationaler Beispiele, wie sich Lehm in zeitgemässen Bauweisen einsetzen lässt. Ausgehend von der Analyse internationaler Beispiele macht das Buch deutlich, welches Potenzial in der Verbindung von traditionellem Lehmbau und heutigen Hybridkonstruktionen steckt.

Pisé – Hybridkonstruktionen widmet sich der Wiederentdeckung und Weiterentwicklung von Stampflehm im zeitgenössischen Bauwesen. Ausgangspunkt sind historische Bauweisen in Marokko sowie in Süd- und Mitteleuropa, aus denen sich vielfältige Ansätze für heutige Hybridkonstruktionen ableiten lassen.

Die Publikation versammelt internationale Beispiele, Projekte und Forschungsansätze, die zeigen, wie sich Lehm mit anderen Materialien kombinieren lässt, um ökologische und konstruktive Anforderungen moderner Gebäude zu erfüllen.

Leuchtturmprojekt HORTUS: Ökologie und Material im Fokus

Im Beitrag Neuentwicklung eines Holz-Lehm-Deckensystems für den Neubau des Bürobaus Hortus von Tobias Huber, Katja Fiebrandt, Michael Klippel, Tobias Bonwetsch, Götz Hilber und Oliver Kirschbaum wird die Konstruktion eines Holz-Lehm-Deckensystems für das Bürogebäude HORTUS in Allschwil vorgestellt.

HORTUS zeichnet sich durch ein nachhaltiges und flexibles Baukonzept aus, bei dem die Holz-Lehm-Decke als zentrales Element dient. Das Prinzip der Decke basiert darauf, Lehm zwischen Holzbalken zu stampfen, sodass die Lasten rein über Druckkräfte abgetragen werden, ähnlich einer gemauerten Bogenbrücke, während Holz typische Nachteile wie geringe thermische Masse oder unzureichenden Schallschutz ausgleicht.

Durch diese Kombination entstehen positive Eigenschaften wie hohe Ökobilanz, Brandschutz, thermische Speicherfähigkeit, sommerlicher Wärmeschutz und eine natürliche Feuchteregulierung. Die konstruktive Logik nutzt Materialien entsprechend ihrer Stärken und trägt damit zu einem effizienten, nachhaltigen und gleichzeitig gestalterisch erfahrbaren Deckensystem bei.

Frühe Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Für HORTUS zeigte sich, dass ökologische Nachhaltigkeit am besten Wirkung entfaltet, wenn Materialwahl, Tragwerk und Gebäudeentwicklung von Anfang an gemeinsam gedacht werden.

Durch die enge Kooperation der Entwicklerin Senn Resources, des Architekturbüros Herzog & de Meuron, der Tragwerksplanenden von ZPF Ingenieure sowie der Lehmbauexpert:innen von Lehm Ton Erde konnten Anforderungen an Konstruktion, Ökologie und Rückbaubarkeit von Beginn an integriert werden.

Dieser kooperative Ansatz ermöglichte einen Entwicklungsprozess, der konsequent vom Material über die Konstruktion bis zum fertigen Gebäude gedacht wurde – und legte so den Grundstein dafür, gezielt die ökologisch relevanten Bauteile zu identifizieren und zu optimieren.

Ökobilanz von Beginn an mit EcoTool

Genau an diesem Punkt kam EcoTool ins Spiel: Rund 60 Prozent des CO₂-Fussabdrucks eines Gebäudes entfallen auf die tragenden Elemente, knapp 40 Prozent allein auf die Geschossdecken. Im Projekt HORTUS wurde deshalb ein besonderer Fokus auf die Optimierung dieser Bauteile gelegt.

Verschiedene Deckensysteme – darunter die Flachdecke Stahlbeton, Hohlkastendecke, Rippendecke Stahlbeton, Holz-Beton-Verbunddecke und die Holzbalkendecke mit Lehmgewölbe – wurden mit EcoTool systematisch analysiert und verglichen. Aufgrund der besten Ökobilanz fiel die Entscheidung schliesslich auf die Holz-Lehm-Decke.

Durch diese Analyse konnten die entscheidenden Emissionstreiber früh identifiziert und die Umweltwirkungen jeder Variante fundiert und nachvollziehbar bewertet werden, wodurch eine belastbare Grundlage für alle weiteren Planungsschritte geschaffen wurde. So entstand ein Planungskonzept, das Effizienz, Nachhaltigkeit und Rückbaubarkeit konsequent vereint.

Der Beitrag Neuentwicklung eines Holz-Lehm-Deckensystems für den Neubau des Bürobaus Hortus wurde veröffentlich in: 
Roger Boltshauser (Boltshauser Architekten) mit Mirjam Kupferschmid, Janina Flückiger, Marlène Witry (Hrsg.) – 
Pisé – Hybridkonstruktionen. Tradition und Potenzial, Zürich 2026, S. 383–388.

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